Danijela Bagaric

Danijela Bagaric

*1976 in Bugojno, BA
Danijela Bagaric, die in Bosnien und Herzegowina
geboren wurde, zeichnet und malt mit Bleistift,
Tusche, Kreiden und Ölfarbe. Manchmal bezieht
sie sich dabei auf Traditionen aus ihrem Heimatland,
andermal auf all tägliche Orte wie Krankenhäuser.

BESTOFF18
Gezeichnet

BestOff 2018

Gezeichnet

Tradition ist das Thema dieser Arbeit, zu der die Künstlerin durch Erinnerungen an ihre Großmutter inspiriert wurde, welche rein weiße, weit geschnittene Kleider trug und tätowierte Hände hatte. Die Tradition des Tätowierens hat ihren Ursprung in der Zeit der osmanischen Herrschaft über Bosnien. Tätowierungen war nicht nur Dekoration, sondern dienten auch zur Identitätserkennung und als Zeichen der Zugehörigkeit. Katholische Kinder, vor allem Mädchen, wurden zwischen drittem Lebensjahr und Pubertät jeden Frühling tätowiert, um sie unter anderen vor Entführungen und Zwangsheirat zu schu?tzen und um eine Konvertierung zum Islam zu verhindern. Die Tattoos wurden an sichtbaren Stellen wie Unterarme, Hände, Finger, Brust und Stirn gestochen. Heute setzt sich diese Tradition auf moderne Weise fort. Junge Mädchen gestalten sie neu. Sie drücken so ihre Zugehörigkeit aus und betrachten ihre Tattoos, ähnlich wie es ihre Großmütter taten, als eine Art spirituellen Schutz.

Tradition is the topic of this work, which is inspired by the artist’s grandmother with her pure white, loose clothing and tattooed hands.
The tradition of tattooing has its origins in the time of the Ottoman dominance in Bosnia. Instead of being merely decorative, the tattoos
served as symbols of identification and social affiliation. Catholic children, especially girls, were tattooed every spring between their third birthday and puberty to protect them from kidnapping and forced marriage and to prevent them from converting to Islam. The tattoos were placed on visible body parts such as lower arms, hands, chest and forehead. Nowadays, this tradition is continued in a modern way. Young girls redesign it, express their belonging and regard their tattoos, as their grandmothers did, as spiritual protection.

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